Vorsicht vor Autovermietungsabzocke!

Du denkst, du hast alles richtig gemacht, als du deinen Mietwagen online gebucht und mit deiner Kreditkarte bezahlt hast. Doch plötzlich erhältst du eine Rechnung von der Autovermietung, die dir eine Vertragsstrafe für einen angeblichen Schaden am Auto in Rechnung stellt.
Veröffentlicht von Patricia Lederer. 17.05.2024 um 17:07 Uhr

Leider passiert es immer wieder, dass Autovermietungen versuchen, ihre Kunden mit unberechtigten Schadensansprüchen abzuzocken. Aber keine Sorge, hier sind einige Schritte, die du unternehmen kannst, um dich dagegen zu schützen:

1. Dokumentiere den Zustand des Autos bei der Abholung

Wenn du dein Mietauto abholst, nimm dir Zeit, um den Zustand des Fahrzeugs sorgfältig zu dokumentieren. Mache Fotos oder Videos von allen Seiten des Autos, einschließlich der Innenausstattung, und achte besonders auf bereits vorhandene Schäden wie Kratzer, Beulen oder Dellen. Stelle sicher, dass deine Fotos einen Zeitstempel enthalten. Diese Aufnahmen dienen nicht nur dazu, den Zustand des Autos bei der Übernahme festzuhalten, sondern können auch als Beweismittel dienen, falls später Streit über etwaige Schäden entsteht.

2. Widerspreche der unzutreffenden Rechnung

Wenn du später eine Rechnung von der Autovermietung erhältst, auf der dir ein Schaden in Rechnung gestellt wird, überprüfe zunächst die Fotos oder Videos, die du bei der Abholung gemacht hast. Vergleiche den dokumentierten Zustand des Autos mit den behaupteten Schäden auf der Rechnung. Wenn du feststellst, dass der behauptete Schaden bereits bei der Übernahme des Fahrzeugs vorhanden war, lege umgehend Widerspruch gegen die Rechnung ein. Schicke die Fotos oder Videos als Beweis für deine Argumentation an die Autovermietung. Den Widerspruch kannst du zum Beispiel in diesem Fall per E-Mail einlegen. Dabei solltest du jedoch darauf achten, ob du im Anschluss an den Versand deiner E-Mail auch eine automatische Bestätigung bekommst. Denn das ist dein Nachweis für den Erhalt der E-Mail. Ist dies nicht der Fall, solltest du zusätzlich einen Brief per Einschreiben an die Autovermietung senden.

3. Informiere deine Kreditkartenfirma

Gleichzeitig mit dem Widerspruch an die Autovermietung solltest du auch deine Kreditkartenfirma informieren. Erkläre ihnen die Situation und lege ihnen eine Kopie deines Widerspruchs sowie die Fotos oder Videos bei. Viele Kreditkartenunternehmen bieten Schutz gegen betrügerische Abbuchungen und können den betreffenden Umsatz überprüfen oder sogar blockieren, bis der Sachverhalt geklärt ist.

Indem du diese Schritte befolgst, kannst du dich gegen unberechtigte Forderungen der Autovermietung zur Wehr setzen und sicherstellen, dass du nicht abgezockt wirst. Es ist zwar etwas mühsam, aber es lohnt sich, um deine Rechte zu schützen und dein hart verdientes Geld zu behalten.

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Patricia Lederer
Autorin und Geschäftsführerin TaxPro GmbH

Patricia Lederer ist Geschäftsführerin der TaxPro Rechtsanwalts GmbH. Sie ist Fachanwältin für Steuerrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht. Patricia Lederer ist spezialisiert auf Steuerrecht und Steuerstrafrecht. Sie arbeitet in den Bereichen Betriebsprüfung, Steuerfahndung und vertritt Mandanten in Gerichtsprozessen vor den Finanzgerichten bundesweit und beim Bundesfinanzhof.